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MyHistoryMap Angebote in digitalen Workshops

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Unser schönes Tagungshaus ist bis auf Weiteres geschlossen und auch die Schulen sind im Distanzunterricht und perspektivisch mit einem Wechselunterricht eher digital zu erreichen. Die Projektkoordination möchte daher den Jugendlichen und auch den Lehrkräften oder Anbietern von Jugendangeboten das entwickelte Konzept näher bringen und Lust auf mehr machen.

Dazu wurden vier Module entwickelt, welche entweder als Reihe oder auch als Einzelveranstaltung gebucht werden können.  Das Besondere an den Modulen ist die Dauer: Die bewusste Eingrenzung der Workshopzeit auf 90 Minuten ermöglicht eine direkten Einbezug in den Geschichts-, Sowi- oder Pädagogikkurs, aber auch in digitale, offene, Angebote. Eine Gruppengröße ist aufgrund der digitalen Durchführung der Angebote nicht gegeben. Einen kurzen Überblick über die Angebote erhalten Sie nachfolgend. Neben diesen Angeboten können auch individuelle Workshops geplant und angeboten werden.

Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, wenden Sie sich bitte an die Projektkoordination.

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Unsere Angebote:

Der NS in OWL: Spurensuche in Ostwestfalen-Lippe

In diesem Workshop lenken wir den Blick auf die nationalsozialistische Vergangenheit direkt vor unserer Haustür. Wir wollen uns mit den Vorgängen während der NS-Herrschaft konkret in Ostwestfalen Lippe beschäftigen, abseits der üblichen Orte in Berlin, München oder Nürnberg. Der NS hat auch in Orten wie Minden, Lemgo oder Detmold seine Spuren hinterlassen und die Auswirkungen dieser Zeit sind bis heute spürbar.

Daher wollen wir uns mit euch auf Spurensuche in OWL begeben und die Folgen des NS in OWL mit euch zusammen beleuchten. Mithilfe unserer interaktiven Karte, der MyHistory MapOWL wollen wir die Hintergründe verschiedener Orte mit NS-Vergangenheit in OWL ergründen. Dabei werden die bekannteren Orte behandelt, etwa die Wewelsburg in Büren, das Hermannsdenkmal bei Detmold oder die Konzentrationslager an der Porta Westfalica. Es werden aber auch die unscheinbaren Spuren erforscht. Was hat es beispielsweise mit dem Germanengehöft in Oerlinghausen auf sich? Warum hat der Jugendhof in Vlotho etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun und was ist im Schlosshof Bielefeld passiert?

Deutlich wird so, dass sich überall Spuren der NS-Verbrechen finden und dass es wichtig ist auch heute noch die Erinnerung an diese Vorgänge wachzuhalten und die Geschichte der eigenen Lebensorte aufzuarbeiten.

 

Nationalsozialismus? Das ist doch von gestern!

Die NS-Herrschaft war schrecklich, aber das hat doch mit uns nichts mehr zu tun! Diese Aussage hört man immer wieder. Wir wollen uns eingehender damit auseinandersetzen, warum die Zeit des NS nicht nur für Historiker*innen relevant ist, sondern in unserer heutigen Gesellschaft immer noch nachwirkt

Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie, die Ausgrenzung alles vermeintlich „Fremden“, das sind Kernelemente der NS-Ideologie, deren Versatzstücke sich immer noch auch in der Mitte unserer Gesellschaft wiederfinden. Wir schauen uns in diesem Modul genauer an, wie Diskriminierung entsteht, welche verschiedenen Diskriminierungsformen existieren und warum jeder eine Verantwortung trägt, gegen Diskriminierung und Rassismus einzutreten.

Dazu betrachten wir Vorurteile und Stereotype die bei jedem von uns vorliegen können genauer und fragen uns, woran das liegt. Wir gehen näher darauf ein, welche diskriminierenden Einstellungen in unserer Gesellschaft immer noch vorherrschen und lernen diese zu erkennen. Dazu werden wir mit vielen Beispielen arbeiten und uns intensiv gemeinsam aber auch in Kleingruppen darüber austauschen.

 

„Ich gehe immer leise“ – Alltagsdiskriminierung und Betroffenenperspektiven.

In diesem Modul wollen wir uns damit auseinandersetzen was Diskriminierung für Betroffenen bedeutet. Wie stellt sich Diskriminierung aus Sicht von Betroffenen dar? In welchen Alltagssituationen werden Menschen mit Diskriminierungen konfrontiert und wie fühlt sich das für diese an?

Wir beschäftigen uns mit den Schwarzen Deutschen Alice Hasters und Noah Sow, die ihre Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung in Deutschland teilen. Zudem bringen wir Licht ins Dunkel verschiedener Begrifflichkeiten. Wie wollen etwa Afrodeutsche genannt werden? Was bedeutet eigentlich PoC und Bipoc? Warum sollte ich bestimmte Wörter nicht mehr benutzen und was hat es eitentlich mit dem Selbstbenennungsrecht auf sich?

Diesen und anderen Fragen wollen wir uns in diesem Modul unter Rückgriff auf verschiedene interaktive Methoden, Hörspielausschnitten und Videobeiträgen mit euch gemeinsam widmen. Dabei ist keine Frage tabu und keine Anmerkung falsch, wir wollen uns mit euch offen über das Thema austauschen!

 

Und was nun? Handlungsoptionen gegen Diskriminierung

Wir haben in den vergangenen Modulen viel über die Nachwirkungen des NS und die vielen Probleme mit Diskriminierung und Rassimus in Deutschland gelernt. Doch was fangen wir nun damit an? Wie können wir auf Diskriminierung reagieren und welche Beiträge können wir leisten für eine diskriminierungsfreie, tolerante und vielfältige Gesellschaft?

Im letzten Modul beschäftigen wir uns damit, welche Handlungsoptionen ihr selbst habt, um gegen Diskriminierung vorzugehen wehren und Betroffene zu unterstützen. Dazu werden wir uns über eigene Erfahrungen mit Diskriminierung austauschen und anhand verschiedener Beispiele und Alltagssituationen überlegen, welche Möglichkeiten sich anbieten, um darauf zu reagieren. Abschließend fragen wir uns dann, was sich eigentlich insgesamt in der Gesellschaft ändern müsste, damit Diskriminierung und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören.

 


Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Felix Tiemann

Felix Tiemann

Projektkoordinator
fon 0 52 05-91 26-28
mail f.tiemann@haus-neuland.de