Die Polizeiwache in Herford wurde zur Zeit des Nationalsozialismus auch durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) genutzt. Die Gestapo inhaftierte und verhörte im Zellentrakt der Wache ohne gesetzliche Grundlage Angehörige verfolgter Minderheiten und politische Gegner*innen. Dies betraf vor allem Unterstützer*innen von KPD, SPD und Gewerkschaften, aber auch Menschen jüdischen Glaubens und anderer religiöser Minderheiten, Sinti und Roma, Obdachlose und Arme. Für viele von ihnen war der Aufenthalt im Zellentrakt Herford die erste Zwischenstation auf dem Weg in die Konzentrations- und Arbeitslager. Bis heute finden sich Spuren der Häftlinge etwa in Form von Schnitzereien in den Gefängnistüren.

Der Zellentrakt wird seit 2004 als Gedenkstätte durch das Stadtarchiv Herford und das ehrenamtliche „Kuratorium Erinnern, Forschen, Gedenken e.V.“ betrieben und zeigt neben einer kleinen Dauerausstellung wechselnde Ausstellungen zum Themenbereich.

Medienprodukte der Jugendlichen

Juliette, Benni, Jannik und Amélie beschäftigen sich in ihrem Video mit der Geschichte des Zellentraktes in der NS-Zeit. Sie gehen auf die Ausstellung der Künstlerin Rafaela Kula ein und auf die Schicksale von Betroffenen aus Herford.

Leonie und Marie interviewen in ihrem Video Christoph Laue vom Stadtarchiv Herford. Sie erfahren von ihm einiges über den Gefängnisalltag im Zellentrakt zur Zeit des NS. Zudem gehen die beiden genauer auf die Geschichte der jüdischen Familie Elsbach aus Herford ein, die dem NS zum Opfer gefallen ist.