Der NS stilisiert den Mythos um Sachsenführer Widukind und dessen Widerstand gegen Karl den Großen 800 nach Christus zu einem Verteidigungskampf der heidnischen Germanen gegen die Christianisierung. Widukind steht dabei stellvertretend für den vermeintlich ewigen Kampfesmut, die Opferbereitschaft und „Volksgemeinschaft", welche die Nazis idealtypisch erwarten. So lässt er sich ähnlich wie der Cherusker Hermann nahtlos in die Versuche der Konstruktion einer kohärenten, urzeitlich germanisch-deutschen National- und Heldengeschichte einfügen und zur Identitätsstiftung durch das NS-Regime missbrauchen. Das Widukind Museum in Enger wird 1937 zu diesem Zweck der Geschichtsverzerrung gegründet.
Der Mythos von Widukind, dem heldenhaften Germanen aus Enger, hält sich auch nach Ende des Krieges bis heute, obwohl von den Sagen um ihn kaum etwas belegbar ist. Heute arbeitet das Museum diese Verklärung auf und bietet regelmäßig Veranstaltungen zu diesem Thema an.

Medienprodukte der Jugendlichen

Ceren, Acelya und Gizem setzen sich hier mit dem Mythos Widukind auseinander. Sie fragen nach der -vermeintlichen- Heldenfigur und woher auf einmal die plötzliche Begeisterung für eine solche Person kam. Dazu kommen die drei auch mit der Historikerin Regine Bürk-Griese ins Gespräch.