Vlotho

Vlotho

In der Kleinstadt Vlotho an der Weser lässt sich die Tiefenwirkung der nationalsozialistischen Herrschaft in jeden Winkel der Gesellschaft und die Kontinuität rechten Denkens bis heute anschaulich aufzeigen. Es finden sich mit dem jüdischen Friedhof, enteigneten Geschäften sowie Wohnhäusern und einem Ghettohaus Spuren ehemaligen jüdischen Lebens und des Holocaust. Auf dem Vlothoer Amtshausberg befindet sich des Weiteren eine ehemalige Ausbildungsstätte der Hitlerjugend erbaut im NS Landhausstil, dort finden sich immer noch Spuren des NS etwa in Form von Swastikas. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird im Rahmen des Reeducation Programms der Allierten der Jugendhof für demokratische Bildung eingerichtet, der bis heute besteht. Vlotho  bleibt Anziehungsort für Rechtsextreme auch nach der NS-Zeit. Es gründet sich etwa das zeitweise einflussreiche und erst 2007 verbotene geschichtsrevisionistische Collegium Humanum um die mittlerweile inhaftierte Holocaust Leugnerin Usula Haverbeck. Diese Spuren und Nachwirkungen des NS können in einem kompakten Stadtrundgang besichtigt und nachvollzogen werden.