Das Gebäude des Schloßhofes in Bielefeld stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert. Zunächst als Meierhof bzw. Adelshof Brodhagen bekannt, wurde es ab 1880 zu einem Ausflugslokal umgebaut und erhielt vom Volksmund den heutigen Namen. Als Ausflugslokal wurde es bis zum Kriegsbeginn 1939 genutzt, ab 1940 wurde das Gebäude zu einem sogenannten „Jüdischen Umschulungslager“ umgebaut.

Der Schloßhof war zwischen 1940 und 1943 ein Arbeitslager für jüdischen Häftlinge. Dazu wurde das Gelände um einige Stein- und Holzbaracken erweitert und in zwei Bereiche geteilt: das schon erwähnte Arbeitslager bzw. die „Arbeitseinsatzstelle“ und ein jüdisches „Alters- bzw. Siechenheim“. In beiden Lagern waren im Laufe der Jahre rund 248 jüdische Menschen inhaftiert, welche jedoch vornehmlich nicht aus Bielefeld stammten. 

Das Gebäude war für etwa 80 Personen notdürftig umgebaut worden, in den beiden großen Sälen wurden mit Mehretagenbetten Schlafstätten für Männer und Frauen geschaffen. Später wurden diese Stätten um kleinere Räume für einzelne Familien erweitert oder verändert. Zudem gab es einen Speisesaal, Aufenthaltsräume, eine Gemeinschaftsküche und Büroräume. Wasch- und Toilettenanlagen waren über den Hof verteilt.

Mit der offiziellen Auflösung des Lagers im Februar 1943 wurden die Insassen sukzessive verlegt oder deportiert. Von den rund 248 Insassen wurden rund 205 in den Konzentrationslagern ermordet.

Nach einer umfangreichen Sanierung wird der Schloßhof derzeitig wieder als Gastronomie genutzt.