„Von der Straße kam man durch ein Tor nach innen. Direkt links stand eine lange Reihe aneinandergeschlossener hölzerner Einraum-Baracken … Der Abstand zwischen den parallel aufgestellten Baracken betrug etwa ein Meter. Der Lagerplatz glich eigentlich einem großen Morast.“

So beschreibt es der niederländische Häftling Christian Palte in seinem Tagebuch.

Genaues Bildmaterial und Lagepläne gibt es vom Reichsbahnlager in Minden nicht mehr, jedoch war es eines der größten Lager im Raum Minden-Lübbecke. Es befand sich neben dem Reduit des Fort A und wurde durch die Reichsbahn als Lager für Zwangsarbeiter verschiedenster Nationen genutzt.

Nachdem zunächst auch Privatunterkünfte zur Unterbringung der Zivilarbeiter genutzt wurden, sind ab etwa 1942 verstärkte Lagerunterbringungen zu verzeichnen.

Die Zustände im Lager müssen, nach den Tagebuchaufzeichnungen Paltes, den Bedingungen in den Konzentrationslagern sehr ähnlich gewesen sein. Übervolle Baracken, nur Betten und keine Stellmöglichkeit für Tische und Stühle.

Heute ist das Gelände nahezu leer, es kann über einen kleinen Rundweg besichtigt werden, dieser führt über die Festungsstraße, das Reduit und die Friedrich-Wilhelm-Straße, an der sich früher einige Baracken befanden.