Museum Wäschefabrik

Bielefeld

Die Wäschefabrik Juhl & Helmke wird 1906 von dem jüdischen Ehepaar Klara und Hugo Juhl gegründet und expandiert bis in die 20er Jahre zu einem gut laufenden mittelständischen Betrieb. 1938 sehen sich Klara und Hugo Juhl jedoch aufgrund der zunehmenden Verfolgung und Unterdrückung jüdischer Mitbürger*innen gezwungen, das Geschäft noch vor der Zwangsenteignung zu verkaufen. Die Familie Juhl überlebt das NS-Regime nicht. Hugo Juhl verstirbt 1939 noch in Bielefeld. Seine Frau Klara kann zusammen mit den beiden Töchtern Mathilde und Hanna sowie Marianne, der Tochter von Hanna, zunächst in die Niederlande fliehen. Nachdem die Niederlande von den Nationalsozialisten besetzt wird, sieht die Familie keinen anderen Ausweg als den Selbstmord. Im Juli 1940 nehmen sie sich das Leben.
Das Geschäft wird 1938 von den Gebrüdern Winkel aus Dresden weitergeführt. Erst in den 1980er Jahren wird der Betrieb dauerhaft eingestellt. Das schreckliche Schicksal der Familie Juhl steht beispielhaft für tausende jüdische Familien, denen ähnliches Unrecht während des NS-Regimes überall in OWL widerfahren ist. Heute erinnern drei Stolpersteine vor der Fabrik an die Familie. In dem Museum in der Wäschefabrik wird zudem von der Geschichte der Familie Juhl und der jüdischen Geschichte in Bielefeld insgesamt mit einer Dauerausstellung berichtet.