Die „Fürsorge“ für psychisch Kranke und geistig Behinderte wurde 1936 an den „rassehygienischen Grundsätzen“ der NS-Diktatur ausgerichtet. Aus dieser Anpassung ging die als Euthanasie bezeichnete, systematische Ermordung dieser Bevölkerungsgruppen hervor.

Die zunehmende Radikalisierung des Regimes forderte 1017 Tote allein in der Klinik in Gütersloh. Wegen ihrer angeblich „gänzlichen Gemeinschafts- und Arbeitsunfähigkeit“ wurden die Menschen in Tötungsanstalten deportiert. Hier starben die meisten durch Medikamente, Hunger, Kälte oder an den Folgen katastrophaler hygienischer Bedingungen.

In kleinteiliger Aufarbeitung haben sich verschiedene Akteure des heutigen LWL-Klinikums Gütersloh darangemacht, den entpersonalisierten Toten wieder ihre Namen zu geben. Auf dem Gelände der Klinik befinden sich ein Gedenkstein sowie eine Liste mit Namen der Opfer in der Kreuzkirche, zusätzlich wurde historischer Rundgang über den Friedhof geschaffen.