In Porta Westfalica richtete die SS ab März 1944 Außenlager des KZ Hamburg-Neuengamme und des KZ Ravensbrück ein. In den zwei Männerlagern (Barkhausen und Lerbeck/Neesen) und zwei Frauenlagern (Hausberge und Vennebeck) waren die Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen, bestehende Stollenanlagen rechts und links des Werserdurchbruchs in zwölfstündigen Arbeitsschichten auszubauen und an der Produktion kriegswichtiger Güter mitzuwirken. Dort sollen eine Schmierölraffinerie und Produktionsstätten für Kampfflugzeug- und Waffenteile entstehen.

In den Lagern waren etwa 3.300 Menschen inhaftiert. Die Opferzahlen sind bis heute unklar. 124 Tote sind durch standesamtliche Unterlagen belegt. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 250 und 500 Menschen durch Zwangsarbeit, Hunger, Entkräftung und Misshandlung ums Leben gekommen sind. Viele weitere wurden in die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Bergen-Belsen transportiert.

Zusätzlich zu den KZ-Häftlingen wurden etwa 2.000 Kriegsgefangene in den Stollen zur Arbeit gezwungen, unter anderem auch Gefangene aus dem Stalag 326 in Schloß-Holte Stuckenbrock. Die Lager wurden im April 1945 durch die SS aufgelöst. Die ersten Frauen wurden am 14. April 1945 in Salzwedel befreit, die Gefangenen der Männerlager wurden über verschiedene Stationen in das KZ Wöbbelin verbracht, wo sie am 2. Mai 1945 befreit wurden, die letzten überlebenden Frauen aus Porta erlebten die Befreiung Anfang Mai 1945 in verschiedenen Hamburger Außenlagern.  Die Anlagen unter dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und im Jakobsberg wurden nach dem Krieg durch die Militärverwaltung teilweise gesprengt.

2009 gründet sich der Verein „KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica“, um mit ehrenamtlichem Engagement die Erinnerung an die Menschen wachzuhalten, die in den Lagern gelitten haben und gestorben sind. Langfristig soll in Porta Westfalica eine dauerhafte nationale Gedenkstätte eingerichtet werden.