Neben dem KZ-Außerlager und den unterirdischen Stollenanlagen gibt es in Porta Westfalica noch weitere Orte, die mit der Zeit des NS-Regimes verbunden sind.

Das bekannte Kaiser-Wilhelm-Denkmal oberhalb des Weserdurchbruchs wurde zwischen 1892 und 1896 in einer ersten Phase der Konstruktion einer nationalen Erinnerungskultur errichtet. Das Denkmal geriet während der Weimarer Republik zunächst wieder in Vergessenheit. Ab 1926 erfuhr es einen Bedeutungsaufschwung, als antidemokratische, rechtsnationale Gruppen, eine Rückkehr in ein autoritär-monarchistisches „Deutsches Reich“ anstrebten. Die Nationalsozialisten griffen dies zur Konstruktion eines Reichsmythos auf, um Protagonisten wie Kaiser Wilhelm I. zu nationalen Heldenfiguren zu verklären und einen vereinigenden Reichsmythos zu erschaffen. An die Opfer der beiden Weltkriege erinnern eine 1921 angebrachte Tafel und seit 1953 zusätzlich eine Fackel.

In dieses Narrativ fügt sich das unvollendete Albert-Leo-Schlageter-Denkmal auf dem Jakobsberg, gegenüber vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal, nahtlos ein. Dieses Denkmal ist nur eines von etlichen in Deutschland, welches errichtet wurde, um an den Soldaten Albert Leo Schlageter zu erinnern. Schlageter war in den rechten Freikorps aktiv und wurde im Zuge der Ruhrbesetzung 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge zum Tode verurteilt und hingerichtet. Nach seinem Tod wurde er in den rechten Kreisen zum Nationalhelden, Patrioten und Märtyrer stilisiert. Er wurde als „der erste Soldat des Dritten Reiches“ verklärt und spielte eine wichtige Rolle in der NS-Propaganda. Heute werden Schlageter Denkmäler erneut zu beliebten Treffpunkten Rechtsextremer in ganz Deutschland, die ihn als Märtyrer und Vorbild verehren.

Beide Orte zeugen von den vielen künstlich geschaffenen und verzerrenden Nationalkulten, auf denen ein großer Teil der NS-Diktatur und Propaganda basierte. Die Denkmäler können im Rahmen einer Wanderung, die auch die ehemaligen Konzentrationslager und Gedenkstätten in Porta Westfalica einschließt, besichtigt werden.

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