Das Hermannsdenkmal, zwischen 1838 und 1875 nach Entwürfen Ernst von Bandels erbaut, sollte ursprünglich als Symbol der Einigung und der Freiheit des deutschen Volkes dienen. Deshalb weckte die Kolossalstatue auch das Interesse der Nationalsozialisten, denn die Erzählung von der angeblichen „Schlacht am Teutoburger Wald“ rund um Arminius den Cheruskerfürsten, der als Verteidiger eines vorgeblich „germanischen Deutschlands“ vor römischen Legionen auftritt, ließ sich gut in die NS-Vorstellung eines sich ewig verteidigenden Volkes in der Mitte Europas einfügen.

Die Abbildung auf den NSDAP-Wahlplakaten zur Lippischen Landtagswahl 1933 bildete die vorläufige Spitze der Instrumentalisierung des Denkmals durch rechtsextreme und nationalsozialistische Akteure. Hitler wurde als der „neue Hermann“ dargestellt, der Deutschland von einer vermeintlichen „roten Fremdherrschaft“ befreien würde. Somit gehörten auch Wahlauftritte am Hermannsdenkmal für Hitler und Goebbels zum Pflichtprogramm. Ferner zeigte auch Heinrich Himmler, der Reichsführer SS, großes Interesse an germanischer Geschichte und besuchte 1933 das Hermannsdenkmal. Für ihn sollte das Hermannsdenkmal in die Umgestaltung der Region aktiv mit einbezogen werden, da es durch seinen Standort einen zentralen Punkt markierte. Mit der Wewelsburg als Zentrum entwickelte Himmler verschiedenste Pläne zur Umgestaltung.

Heutzutage ist das Hermannsdenkmal eine beliebte Attraktion für Wanderer und Touristen, welche über die Aussichtsplattform am Fuße der Statue über weite Teile der Region Lippe schauen können. Jedoch ist auch das Hermannsdenkmal immer wieder ein Anziehungspunkt rechtsextremer Gruppen und Akteure.

Medienprodukte der Jugendlichen

Bei den vorliegenden Videos handelt es sich um Schüler*innenprojekte. Sie können kleinere Fehler beinhalten.

Aaron, Klaus und Cagla waren auf Spurensuche in Ostwestfalen-Lippe unterwegs. Die drei besuchten zunächst das Hermannsdekmal und anschließend nach einer kleinen Wanderung das Freilichtmuseum in Detmold. Beide Orte weisen Spuren in die nationalsozialistische Vergangenheit auf und lassen sich dahingehend untersuchen. Deshalb führten die drei ein Interview mit dem Historiker und Ausstellungskurator Frank Huismann.