1925 lebt das jüdische Ehepaar Hertha und Walter Frenkel zusammen mit ihren vier Kindern Helga, Karla, Uriel und Ludwig sowie weiteren Familienmitgliedern in einem Wohnhaus in Lemgo und betreibt einen Altwarenhandel. Beginnend mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wird die Familie mit Einschränkungen und Verfolgungsmaßnahmen konfrontiert. 1938 wird das Wohnhaus zu einem Ghettohaus umgewandelt, in dem zeitweilig 14 Menschen wohnen. 1942 endet dann nach 80 Jahren die Geschichte der Familie Frenkel in Lemgo. Vom Marktplatz aus wird die Familie ins Ghetto Theresienstadt und ins Ghetto Warschau deportiert, das Haus wird enteignet. Laura Frenkel stirbt 1942 im Ghetto Theresienstadt. Im Ghetto Warschau werden Ruth, Mary, Hannah und Ernst, die Geschwister von Walter Frenkel ermordet. Hertha und Walter Frenkel und ihre vier Kinder werden 1944 nach Auschwitz transportiert und ebenso ermordet. Von der jüdischen Familie Frenkel überleben nur Karla Raveh und ihre Großmutter Helene Rosenberg den Holocaust. So oder so ähnlich erging es vielen tausend jüdischen Mitbürger*innen in ganz OWL.
Karla Raveh schrieb ihre Erinnerungen an diese Zeit auf. Sie wurden später in dem Buch „Überleben: Der Leidensweg der jüdischen Familie Frenkel aus Lemgo“ veröffentlicht.
Im ehemaligen Wohnhaus der Familie Frenkel wurde mit tatkräftiger Unterstützung durch Karla Raveh 1988 eine Gedenk- und Erinnerungsstätte eingerichtet, in der bis heute an das Schicksal der Familie Frenkel und der jüdischen Gemeinde in Lemgo erinnert wird.