Das jüdische Ehepaar Hertha und Walter Frenkel lebte zusammen mit seinen vier Kindern Helga, Karla, Uriel und Ludwig sowie weiteren Familienmitgliedern in einem Wohnhaus in Lemgo und betrieb einen Altwarenhandel. Seit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 erlebte die Familie Einschränkungen und Verfolgung. 1938 wurde das Wohnhaus zu einem Ghettohaus umgewandelt, in dem zeitweilig 14 Menschen wohnen.

1942 endete nach 80 Jahren vorerst die Geschichte der Familie Frenkel in Lemgo. Die Familie wurde enteignet und ins Ghetto Theresienstadt sowie ins Ghetto Warschau deportiert.

Laura Frenkel, Walter Frenkels Mutter, starb 1942 im Ghetto Theresienstadt. Ruth, Mary, Hannah und Ernst, die Geschwister von Walter Frenkel, wurden im Warschauer Ghetto ermordet. Hertha und Walter Frenkel sowie ihre vier Kinder wurden 1944 nach Auschwitz transportiert und ebenso ermordet.

Von der jüdischen Familie Frenkel überlebten nur Karla Raveh und ihre Großmutter Helene Rosenberg den Holocaust. So oder so ähnlich erging es vielen tausend jüdischen Mitbürger*innen in ganz OWL.

Karla Raveh schrieb ihre Erinnerungen an diese Zeit auf. Sie wurden später in dem Buch „Überleben: Der Leidensweg der jüdischen Familie Frenkel aus Lemgo“ veröffentlicht.

Im ehemaligen Wohnhaus der Familie Frenkel wurde mit tatkräftiger Unterstützung durch Karla Raveh 1988 eine Gedenk- und Erinnerungsstätte eingerichtet, die bis heute an das Schicksal der Familie Frenkel und der jüdischen Gemeinde in Lemgo erinnert.