Das Germanengehöft wird 1936 als erstes germanisches Freilichtmuseum der Welt eröffnet. Es dient zur Zeit des Nationalsozialismus primär als Vermittlungsstätte eines durch NS-Ideologie verklärten ganzheitlichen Germanenbildes inklusive Sonnenwendfeiern und Germanentheater. Das Germanengehöft ist dabei Bestandteil der Planungen der SS unter Heinrich Himmler, OWL rund um das Hermannsdenkmal und die Externsteine zu einem zentralen Ort der Traditions- und Identitätsstiftung auszubilden und einer konstruierten völkischen Erzählung dienlich zu machen.  Hauptzielgruppen sind Schulklassen, Bund deutscher Mädel (BdM) und Hitlerjungend (HJ), denen frühzeitig ein überzeitliches, homogen-kontinuierliches Bild deutsch-germanischer Geschichte vermittelt werden soll. Heute präsentiert das Museum Siedlungsarchäologie auf aktuellem Forschungsstand, erinnert aber auch an seine NS-Vergangenheit.
Fußläufig erreichbar ist zudem der Tönsberg, der bis heute von der extremen Rechten als vermeintlich heiliger Standort der Irminsul vereinnahmt wird.
 

Medienprodukte der Jugendlichen

Pascal, Björn und Leonhard beschäftigen sich in diesen kurzen Clip mit dem Tönsberg und seiner Rolle im Nationalsozialismus. Der Tönsberg liegt unweit des Archäologischen Freilichtmuseums in Oerlingshausen und ist immer wieder Anlaufstelle für Neonazis und Rechtsesoteriker. Ählich wie das Freilichtmuseum stellt der Tönsberg auch eine Verklärung von Geschichte dar und wird dementsprechend oft falsch - und umgedeutet.