Mitten in Bielefeld wurde 1939 eins von insgesamt drei Luftwaffenbekleidungsämtern in Deutschland in Betrieb genommen. Der massive Gebäudekomplex von insgesamt 45.000m² umfasste eine vollständige Textilfabrik für bis zu 1.500 Mitarbeiter*innen inklusive Wohnungen, Luftschutzbunker und Logistikzentrum. In dem Komplex wurden alle notwendigen Bekleidungsstücke für die Luftwaffe hergestellt. Wie überall im NS-Staat kam es auchim Luftwaffenbekleidungsamt zum Einsatz tausender Zwangsarbeiter*innen Das gesamte Ausmaß der eingesetzten Zwangsarbeiter*innen konnte bis dato jedoch noch nicht vollständig ermittelt werden.

1944 wurde das Gebäude von Bomben getroffen und teilweise zerstört. Nach der Befreiung Bielefelds durch US-Einheiten kam es zu weitreichenden Plünderungen der Anlage durch die Bevölkerung.

Anschließend wurden die Gebäude durch die britische Armee bis 1992 weiter genutzt. 2010 wurde der Komplex verkauft und zum heutigen Lenkwerk umgebaut, zudem ist die zentrale Ausländerbehörde der Stadt Bielefeld heute in dem Gebäude untergebracht.

Die bauliche und denkmalgeschützte Substanz wurde erhalten, sodass die Gebäude auch jetzt noch als Industriedenkmal an die NS-Zeit in Bielefeld erinnern. Das Museum Wäschefabrik in Bielefeld bietet eine Dauerausstellung zur Geschichte des Luftwaffenbekleidungsamtes, welche in den Räumen des Lenkwerks angeschaut werden kann.